Am Besten nachts zur Tablette greifen?
![]() Die innere Uhr spielt bei der Einnahme von Medikamenten eine erstaunliche Rolle. Foto: obx-medizindirekt |
Die innere Uhr des Menschen beeinflusst die Wirkung von vielen Medikamenten. Die Medizin macht sich diese Erkenntnis zunehmend zu Nutze.
Regensburg, 16. Dez. 2009 (obx-medizindirekt) - „Darf ich bitten zum Fango um Mitternacht?” – Könnten schon bald Therapeuten in Kurorten Heilung suchende Patienten fragen. Medizinisch macht das Sinn. Denn Wärmebehandlungen wie Fango oder Sauna, die auf eine bessere Durchblutung der Haut und auf eine Gefäßerweiterung abzielen, sind in den Morgenstunden weniger wirkungsvoll. Dafür aber abends und vor allem gegen Mitternacht, wenn die Kerntemperatur des Körpers besonders niedrig ist.
Auch in vielen anderen Bereichen gibt es für Ärzte gute Gründe bei der Behandlung von Beschwerden oder Erkrankungen auf die innere Uhr zu schauen. So reagiert der Körper beispielsweise morgens auf Kälteanwendungen, etwa auf Kneipp-Güsse, besonders intensiv. Vor allem spielt diese innere Uhr bei der Einnahme von Medikamenten eine erstaunliche Rolle. Es ist ganz und gar nicht egal, ob ein Schmerzmittel, ein Asthmamedikament, ein Blutdrucksenker oder ein Krebsmedikament am Morgen, Mittag oder Abend eingenommen wird. Das gleiche Kreislaufmittel kann beispielsweise zehnmal stärker wirken, wenn es in den frühen Morgenstunden statt am Abend in den Körper gelangt. „Wir müssen die starren Dosierungsvorschriften von Medikamenten überdenken“, fordert Prof. Björn Lemmer, Direktor des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Heidelberg. Für eine ganze Reihe von Krankheiten hat er Anregungen für die beste tageszeitliche Einnahme von Medikamenten entwickelt. Hier einige Beispiele:
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